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(wird laufend ergänzt)

   

 

Brustzentren und Netzwerke

In welcher Situation sollte ein Brustzentrum aufgesucht werden?

Was kann von einem guten Brustzentrum erwartet werden - welche Untersuchungen und Behandlungen?

Der Begriff "Brustzentrum" ist nicht geschützt, und jede Klinik oder Ärztegruppe kann ihn verwenden, ohne dass damit Aufschluss über die Qualität des Angebots gegeben ist. Eine spezielle Kontrolle sollte die Erfüllung von Anforderungen sichern - dies ist die Idee der Zertifizierung von Brustzentren.

 

Es existieren heute bereits eine grössere Anzahl "Brustzentren", die keine Zertifizierung aufweisen. Viele haben ein zu kleines Einzugsgebiet und kommen somit gar nie auf die erforderlichen Eckwerte, um eine Zertifizierung erhalten zu können.

Es müssten also die einzelnen Kriterien nachgefragt werden, um sicher zu sein, dass es sich um ein Brustzentrum handelt mit genügend grosser Erfahrung

- speziell im Lesen von Mammographien

- in der Handhabung verschiedener, der Situation angepasster Biopsiemethoden

- beim Entfernen des Tumors im Gesunden mit Erzielung eines ästhetisch schönen Ergebnisses.

 

Sehr wichtig dabei ist die Zusammenarbeit von auf Brustkrebs spezialisierten Ärzten aus verschiedenen Fachgebieten, welche die Patientin während der ganzen Therapie begleiten, sollte sich der Verdacht auf Brustkrebs bestätigen.

Somit vorgängig nachforschen, ob ein Brustzentrum zertifiziert ist oder wenigstens über ein wirklich sehr erfahrenes Team verfügt - es bleibt dazu genügend Zeit, denn Brustkrebs ist kein Notfall, der am nächsten Tag operiert werden muss.

Was in einem guten/zertifizierten Brustzentrum an Angeboten erwartet werden kann:

 

European Cancer Care Certification (CCC), neu Breast Centres Certification (BCC / Italcert)

von EUSOMA ernannt zur Durchführung der Zertifizierung nach den EUSOMA-Richtlinien

EUSOMA: "The requirements of a specialist Breast Unit" -

pdf-Datei 2010 mit Aufstellung der Eckwerte (in englisch):

Breast Centre Guidelines: the 2013 updated and revised version of EUSOMA Guidelines

(Published in European Journal of Cancer vol. 49, 3579 - 3587, 2013, reproduced with permission of Elsevier Science; in englisch)

Eusoma Mandatory Quality Indicators for Breast Centre Certification (in englisch)

BCC zertifizierte Brustzentren mit vollständiger Adressangabe gem. Internetstand 19.2.2017:

B: Aalst, Brasschaat, Brussels, Kortrijk, Wilrijk (Antwerp) // CH: Aarau, Bern, Lausanne, Lugano, Zürich // D: Hamburg // I: Bologna, Bolzano, Brescia, Catania, Milano, Modena, Ortona (Chieti), Pavia, Rimini, Trieste // NL: Eindhoven // PT: Lissabon

Europa Donna: Kurzfassung europ. Leitlinien zur Qualitätssicherung bei Screening und Diagnose

 

Von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS) anerkannte Brustzentren mit Adressangabe:

Deutschland (nach Bundesländern A - Z aufgelistet)

Schweiz (Kantonsspital Luzern, Kantonsspital Baden, Inselspital Bern, UniversitätsSpital Zürich, Stadtspital Triemli Zürich, Universitätsspital Basel, Kantonsspital Aarau

Oesterreich (Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern und Allg. Krankenhaus der Stadt Linz)

Italien (Brustgesundheitszentrum Brixen-Meran)

Zertifizierungsrichtlinien DGS und DKG: vorgelegte Kriterien

Praktische Inhalte der S3-Leitlinien 2012 für die Praxis: Vortrag Dr. Thomas H. Hess, Winterthur

 

Krebsliga Schweiz / Schweizerische Gesellschaft für Senologie

Qualitätskriterien für die Zertifizierung von Brustzentren in der Schweiz:

Das Brustzentrum muss sich umfassend mit dem Brustkrebs befassen. Dies reicht von Screening / Diagnostik bis zur Behandlung aller Stadien der Brusterkrankungen.

Alle Schritte der Behandlung erfolgen im Brustzentrum (Details siehe im Abschnitt "Prozess") oder nach Vorgabe und unter Verantwortung des Brustzentrums (Details in den nachfolgenden Angaben).

Auch die Aus-/Weiterbildung und die Forschung sind essentielle Bestandteile eines Brustzentrums.

Qualitätskriterien / Definition im Detail (pdf-Datei, 17 Seiten)

Die Etablierung von zertifizierten Brustzentren in der Schweiz wird dazu führen, dass die Brustbehandlung vermehrt zentralisiert wird. Nicht jede Art von Brustbehandlung ist jedoch zentralisierungswürdig, weil auch in der "Peripherie" gute Arbeit geleistet werden kann und weil gewisse Patientinnen auch im Falle einer eventuell "besseren" Behandlung nicht bereit sind, an ein Zentrum zu wechseln.

Deshalb besteht der Bedarf einer Öffnung der zu etablierenden zertifizierten Brustzentren im Sinne einer Netzwerkbildung. So können Patientinnen in der Peripherie ebenfalls an Q-Sicherungsmassnahmen teilhaben.

Krebsliga Schweiz: mehr zum Qualitätslabel für Brustzentren in der Schweiz:

Von der Krebsliga Schweiz (KLS) und der Schweizerischen Gesellschaft für Senologie (SGS) mit dem Qualitätslabel ausgezeichnete Brustzentren (Reihenfolge Zertifikatserhalt):

Brustzentrum des Universitätsspitals Basel

Brustzentrum St. Gallen/Brustzentrum Grabs (Kantonsspital St. Gallen/Spital Grabs)

Interdisziplinäres Brustzentrum Baden, Kantonsspital

Brustzentrum Thurgau, Kantonsspitäler Frauenfeld und Münsterlingen

Brustzentrum ZeTuP Klinik Stephanshorn, St. Gallen

Brustzentrum Luzern, Luzerner Kantonsspital LUKS, Luzern

Brustzentrum des CHUV (Centre hospitalier universitaire vaudois), Lausanne

Brustzentrum/Centre du Sein GSMN, Kliniken Genolier/Fribourg

Brustzentrum der italienischen Schweiz, Regionalspitäler Bellinzona/Lugano

Brustzentrum Bern (Inselspital) und Solothurn (Bürgerspital)

Brustzentrum am Kantonsspital Winterthur (Mitglied des Netzwerks SenoSuisse)

Brustzentrum des HUG (Universitätsspital), Genf
(weitere werden folgen)

 

Das Zertifikat steht für die bestmögliche Behandlung und Betreuung von Frauen mit Brustkrebs und soll langfristig die Transparenz und Qualität der medizinischen Versorgung fördern.

 

 
 

Was ist ein Netzwerk?

Ein Netzwerk kann einem eigentlichen Brustzentrum mit allen Angeboten im Hause nicht gleichgesetzt werden. Eine Vernetzung verschiedener kleinerer Spitäler macht jedoch Sinn:

zum Beispiel ist am einen Ort eine aufwendige stereotaktische Biopsie möglich und an einem anderen die Strahlentherapie. Die Patientinnen zirkulieren also. Die angeschlossenen Spitäler sind vernetzt.

Zum Beispiel sind dies in der Schweiz:

SenoSuisse, das Netzwerk für Brustgesundheit (Bülach, Schaffhausen, Uster, Wetzikon, Winterthur)

brustknotenpunkt.ch (Stadtspital Triemli, Spital Limmattal, Spital Lachen, See-Spital, Spital Affoltern)

Brustzentrum Aare (Spitäler in Bern, Biel, Burgdorf, Interlaken, Langenthal, Solothurn, Thun, Visp)

.

   

Was bedeutet interdisziplinär?

In einem Brustzentrum arbeiten unterschiedliche wissenschatliche Disziplinen (z.B. Chirurgie, Onkologie, Radiologie usw.) an einem Thema, dabei werden die Ergebnisse der anderen weiter genutzt. Ein Problem wird so gelöst, dass man sich nicht nur der Erklärung aus einer Fachrichtung bedient, sondern verschiedene Disziplinen verbindet.

Im Brustzentrum-Team wirkt ebenfalls die Breast Care Nurse mit - was ist deren Aufgabe?

Ein deutscher Name existiert (noch) nicht für diese Pflegefachfrau mit Spezialausbildung für Brustkrebserkrankungen. Sie informiert, beratet und unterstützt Patientinnen und ihre Angehörigen und bietet persönliche Hilfestellung während des ganzen Behandlungsablaufs.

Von einem Brustzentrum können wir also erwarten:

"Umfassende und rasche Abklärung und Behandlung der Brust an einem Ort"

Broschüre Brustzentrum Thurgau mit gut beschriebenen Angeboten (mit Bildern) - pdf, 28 Seiten

 

Erfahrungen:

Aus Fehlern lernen - Kurzvortrag von Erika Rusterholz

Ausspruch Hausarzt beim Zeigen eines verdickten Strangs in der linken Brust: "solche Verhärtungen gibt es gerne bei älteren Frauen, also kein Grund zur Besorgnis". Drei Monate später: die Biopsie des bereits gut erbsgrossen Knotens durch den Radiologen ergab die Diagnose "kein Karzinomnachweis".

Die Mikroverkalkungen in der anderen Brust stufte der Radiologe nach sieben Jahren Beobachtung als unverändert ein, ab jetzt wären Zweijahres-Mammographieintervalle möglich... siehe auch →

 

Dies waren leider Fehldiagnosen: der Radiologe hatte beim Knoten daneben gestochen -

die Mikroverkalkungen hatten sich während der Jahre zwar stark vermehrt, jedoch war dies dem Arzt beim Vergleich mit der jeweils vorgängigen Mammographie nicht aufgefallen.

Erst der Besuch im Brustzentrum brachte den Brustkrebs an den Tag, und dies beidseits!

Mein Rat: bei ertastetem Knoten oder für die Mammographie von Anfang an ein Brustzentrum aufsuchen!

 

"Nach OP und Chemo noch in ein Brustzentrum wechseln?" - Frage im Krebs-Kompass-Forum