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(wird laufend ergänzt)

   

 

Biopsien und Diagnosen

Durch Biopsieverfahren können unnötige Operationen vermieden werden!

Um Veränderungen in der Brust, wie zum Beispiel einen Knoten oder nicht tastbare Mikroverkalkungen, unter dem Mikroskop genau untersuchen zu können, ist eine Biopsie (Gewebeprobe) notwendig. Dies ist die sicherste Methode, um festzustellen, ob es sich um einen gut- oder bösartigen Befund handelt. Weder Tast-, Ultraschalluntersuchung oder Mammographie reichen aus, um eine verlässliche Diagnose stellen zu können.

 

Die verschiedenen Biopsiemethoden:

- Feinnadelpunktion/FNP (kommt heute kaum mehr zum Einsatz)

- Hochgeschwindigkeitsstanzbiopsie

- ultraschallgesteuerte Mammotome® Vakuumbiopsie

- stereotaktische Mammotome® Vakuumbiopsie bei Mikroverkalkungen

Biopsiemethoden kurz erklärt

Warum und wann eine Brust-Biopsie? Welche Methode?

Brust-Zentrum Zürich: Information zur Mammotome-Biopsie unter Ultraschallkontrolle

Mikroverkalkungen können als kleine weisse Punkte in der Mammographie gesehen werden, jedoch nicht im Ultraschall. Wenn sich solche Verkalkungen gruppiert zeigen, sollten sie dringend abgeklärt werden, sie können sich zu einem Mammakarzinom entwickeln. Eine übliche Stanzbiopsie/Vakuumbiopsie wird jedoch kein brauchbares Ergebnis bringen.

Es braucht in diesem Fall eine stereotaktische Vakuum-Biopsie unter Röntgenkontrolle, computergesteuert. Die für Patientinnen beste Methode ist der Tisch mit einem Ausschnitt für die Brust und mit Apparaturen unter dem Tisch, welche der Arzt daneben sitzend bedient. Die Patientin liegt auf dem Bauch. - Es gibt allerdings auch Geräte, bei welchen die Brust im Sitzen eingespannt und biopsiert wird, was aber als mehr belastend empfunden wird.

 

Diese Art der Biopsie erfordert also eine sehr teure Anschaffung und wird somit nur an ausgewählten Orten (in gut frequentiertem Brustzentrum mit einem mit der Methode sehr erfahrenen Personal) angeboten. Wichtig ist also, vor einer geplanten Biopsie von Mikroverkalkungen entsprechend nachzufragen.

Ambulant, unter Lokalanästhesie, wird ein kleiner Schnitt in die Haut gemacht, durch den eine dickere Nadel direkt zum Herd der Mikroverkalkungen geführt wird. Es werden 12 - 24 kleine Proben durch den einen Einstichkanal herausgezogen, die sich ergebende Diagnose ist sicher.

Brust-Zentrum Zürich: ausführliches Informationsblatt zur stereotaktischen Brustbiopsie (mit Skizze)

Animation einer stereotaktischen Vakuum-Biopsie (Probenentnahme bei Mikroverkalkungen)

Mit Hilfe der stereotaktischen Brustbiopsie können äusserlich nichtpalpable, kleine radiologische Verdachtsbefunde ambulant und zielgenau entfernt werden (Art. in ARS MEDICI 9/2010, Fortbildung)

offene Exzisionsbiopsie / offene Probeentnahme

Der tastbare Knoten oder ein verdächtiger Bereich (Mammographie und /oder Sonographie) wird operativ herausgeschnitten. Es kann während der Operation eine Schnellschnittuntersuchung durchgeführt und bei der Diagnose Krebs die Krebsoperation vervollständigt werden.

 

Diese Methode birgt jedoch allgemeines Operations-/Narkoserisiko. Im Falle von Krebs könnte dieser angeschnitten oder unvollständig entfernt werden. Der gesuchte Bereich könnte auch verfehlt werden.

Die Patientin wird körperlich (Narkose und Operation) wie psychisch (Ungewissheit, wie die Operation ausgehen wird) stark belastet.

Sollte nur gemacht werden, wenn unklare und verdächtige Befunde nicht durch andere Biopsieverfahren abgeklärt werden können.

Ein Befund - ist eine Operation ohne Biopsie richtig? Nein, und warum nicht? siehe Forumsbeiträge:

Indikationen für Vakuumbiopsien: Vortrag Frau Dr. Iris Vergin, Zürich (2010)

minim.-invasive Brustbiopsie - hist. Unterschätzungsrate: Vortrag Dept. Frauenheilkunde, USZ (2006)

MR-gesteuerte Punktionen: Vortrag Frau Dr. Teelke Beck, Zürich (2009)

Aus Fehlern lernen: Vortrag PD Dr. Mathias Fehr, Frauenfeld (2005)

Histologie bedeutet "Lehre vom Aufbau von Körpergeweben und ihren Zellen". Durch die Anfertigung und mikroskopische Beurteilung von Gewebeschnitten durch den Pathologen lassen sich unsichere Verdachtsdiagnosen meist endgültig absichern, z.B. kann die Frage geklärt werden, ob eine Geschwulst maligne/bösartig ist oder nicht (Untersuchung von Geweben und deren Zellen auf krankhafte Veränderungen unter dem Mikroskop).

 

Pathologie heisst "Lehre von den abnormen und krankhaften Veränderungen des Körpers". Untersuchungsmaterial aus Biopsien und Punktionen wird mikroskopisch beurteilt, um eine endgültige, histologische oder zytologische Diagnose zu stellen.

Bei Verdacht auf Krebs wird meist versucht, eine definitive Diagnose zu erzielen anhand der histologischen oder zytologischen Untersuchung einer Gewebeprobe aus dem verdächtigen Bereich. Gleichzeitig werden weitere Diagnosemethoden herangezogen, um eine Stadienbestimmung vornehmen zu können. Da bösartige Erkrankungen oft eine schlechte Prognose aufweisen, ist dieser Schritt besonders wichtig, auch wegen der Risiken und Nebenwirkungen der Behandlung.

 

Durch den Erhalt einer Diagnose mittels Biopsie ist es besser möglich, im Fall eines Mammakarzinoms die Operation und weitere Therapien richtig zu planen.

Patho-Zytologie-Portal: was bedeuten die Angaben im pathologischen Bericht? Antworten zu Fragen

aus Buch "Mammakarzinom interdisziplinär": Beschreibungen von Diagnosen (Suchfunktion)

Genomic Health: "meinen Befund verstehen" - verständlich erklärte Befunde mit Skizzen (pdf, 32 S.)

 

Tumor-Klassifikation bei Brustkrebs - erweiterte TNM-Aufstellung

Zusatz zur Tumor-Klassifikation T4b = fortgeschrittenes Stadium eines Mammakarzinoms:

unschöner Anblick eines nicht behandelten Mammakarzinoms, das bereits äusserlich sichtbar ist:

man spricht in einem solchen Fall von einem exulzerierten Mammakarzinom - Schmerzlinderung

durch Strahlentherapie: siehe "3. Fortgeschrittene inoperable Malignome (Empfehlungsgrad B)"

 

Somit ist sehr wichtig, einen Brustkrebs bereits in einem frühen Stadium zu erkennen!

CCCF: Klinisches Krebsregister, Kodierhilfe (Aug. 2012) - Brustkrebs-Codes und ihre Bedeutung

Senolog.de: Was ist eigentlich ein dreifach negativer Brustkrebs oder ein triple-negatives Mammakarzinom? - ausführlicher Artikel vom 22.4.13

   

DCIS-Klassifikation (Van Nuys Prognose Index)

DCIS = duktales Carcinoma in situ (siehe auch "Vor-/Nachsorge") ist eine präkanzeröse Erkrankung in der Innenwand des Milchgangs. Ein unbehandeltes DCIS wird jedoch oft zu invasivem Krebs. Patienteninfo von Dr. med. Thomas Hess, CH-Winterthur:

Bei den Vorstufen ist nicht die gleiche Dringlichkeit gegeben. Eine sorgfältige Planung, Besprechung und das Wählen der richtigen Strategie ist dabei oberstes Gebot.

LCIS heisst Lobuläres Carcinoma In Situ und ist eine asymptomatische, nicht palpable Neoplasie, die meist bei einer aus anderen Gründen durchgeführten Biopsie entdeckt wird. In der Innenwand eines Drüsenläppchens sind anormale Zellen vorhanden. In neuerer Zeit spricht man nicht mehr von LCIS, sondern von LN (lobuläre Neoplasie).

Das LCIS ist ein "Riskomarker", den es zu beobachten gilt. Es könnte sich daraus irgendwann in der Zukunft ein invasiver Krebs entwickeln.

 

LN = lobuläre Neoplasie: dieser Begriff fasst heute gemäss der aktuellen WHO-Klassifikation solche Zellveränderungen zusammen, die früher als atypische lobuläre Hyperplasie (ALH) oder LCIS bezeichnet wurden.

Gebräuchlich ist ausserdem die Abkürzung LIN, die für lobuläre intraepitheliale Neoplasie steht.

LIN1 entspricht hier der ALH, LIN2 dem CLIS (Carcinoma lobulare in situ), LIN3 dem CLIS extended type.

Wikipedia: Lobuläres Karzinom in situ - weitergehende Erklärungen

Was mache ich bei LN, FEA, ADH, Papillom und radiärer Narbe? : Vortrag Dr. Claudia Braschler (2008)

Inflammatorisches Mammakarzinom: Vortrag Prof. Dr. Rolf Steiner, Chur (2007)

Algorithmus des Abklärungsganges bei suspekten Mammabefunden: Vortrag Prof. Rolf Steiner (2007)

 

Metastase (Tochtergeschwulst) entsteht durch Verschleppung von Krebszellen in seine Umgebung (lokale Metastase), in die nächsten Lymphknoten (regionäre Metastase) oder in entfernte Körperstellen (Fernmetastase).

sprechzimmer.ch: Entstehung, Auswirkung, Feststellung, Behandlung von Knochenmetastasen:

Wikipedia: Beschreibung der verschiedenen Metastasen (Ursachen, Einteilung, Lokalisation usw.)

 

Metastasierter Brustkrebs: Therapieoptionen heute + morgen: Vortrag Prof. Monica Castiglione (2011)

Vorgehen bei Mikrometastasen im Sentinel-Lymphknoten: Vortrag Dr. Christoph Tausch (2011)

Chirurg. Komplikationen: Sinn der Lebermetastasen-Chirurgie: Vortrag Prof. Dr. Hans U. Baer (2007)

   

Gesundheitsinformation.de - Spezial: Leben mit metastasiertem Brustkrebs

 

Rezidiv (Tumorrezidiv): Rückfall einer Krebserkrankung. Das Rezidiv kann auf den ursprünglichen Entstehungsort beschränkt sein (Lokalrezidiv), die benachbarten Lymphknoten erfassen oder an einer vom Entstehungsort entfernten Körperstelle auftreten (Fernrezidiv = Metastase).

Das Risiko, an einem Rezidiv zu erkranken, wird durch viele Faktoren beeinflusst, z. B. wie bösartig der Ersttumor oder wie erfolgreich die Ersttherapie war - ausführlicher:

Gesundheitsinformation.de: Erneut auftretender Brustkrebs ohne Metastasen/örtl. begrenztes Rezidiv

Therapie des Lokalrezidivs nach BET des Mammakarzinoms: Vortrag Prof. Dr. Rolf Steiner, Chur (2007)

Was mache ich bei Lokalrezidiv? : Vortrag PD Dr. med. Gilles Berclaz, Bern (2008)

 

Auch gutartige Veränderungen in der Brust erhöhen teilweise das Risiko für Brustkrebs.

Apotheken-Umschau.de: Aufzählung mit ausführlichen Beschreibungen

CA 15-3 = Tumormarker: Eiweisse, die von gut- oder bösartigen Tumoren ausgeschieden oder provoziert werden und deren Konzentration in Zellen, auf Zelloberflächen, im Blut oder anderen Körperflüssigkeiten wichtige Aussagen über das Vorhandensein und die Aktivität von Tumorzellen zulässt.

Für erhöhte Werte muss nicht unbedingt ein Tumor verantwortlich sein. Umgekehrt kann auch dann ein Tumor vorhanden sein, wenn der Blutspiegel des Tumormarkers unverändert bleibt.

Die Marker dienen vor allem zur Verlaufskontrolle, wenn der Krebs schon nachgewiesen wurde; ohne Vorliegen von Metastasen wird eine Kontrolle der Tumormarker heute nicht mehr empfohlen, weil dadurch zu viel Verunsicherung entsteht.

 

 

Fragen, Erfahrungen:

Kann eine Biopsie Krebs streuen? - Forumseintrag (siehe den 2. Eintrag von cra = 94'000 Klicks)

Brustknoten / Unklarer Befund - viel beachteter Forumseintrag (über 55'000 Klicks)

Mastopathie - Forumsanfragen mit Ratschlägen einer Ärztin (mehr als 39'000 Klicks)

Diagnose BI-RADS 4 - Erfahrungsbericht mit Bildern von Karin S.

Brustkrebs-Tagebuch "Wolkengedanken" (Rezidive/Metastasen) von Regina (2007-2011)

Inflammatorisches Mammakarzinom - zu gross für Brustentfernung: Erfahrungen als Forumsbeiträge